Wozu ist denn die KESB in Wirklichkeit da?

Die KESB wurde im Jahr 2013 eingeführt, mit dem Ziel, Kinder und Erwachsene zu schützen. Doch seit ihrer Einführung reisst die Kritik an dieser „Superbehörde“ nicht ab.

Wir erinnern uns alle noch an den Fall „Flaach“, da eine Mutter ihre Kinder umbrachte, um sie vor der KESB zu schützen. Wir erinnern uns an den Jungen, welcher für 85‘000.- pro Monat in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde. Wir erinnern uns auch an die Mutter, welche vor der ganzen Klasse eine Lehrerin verprügelte, weil die KESB ihren Sohn aus der Familie herausgeholt und in einer, wie sie so schön sagen, „Massnahme“ platzierte. Die Eltern vermuteten, dass die Lehrerin eine Gefährdetenmeldung an die KESB gemacht hatte. Daraufhin wurden die Eltern verhaftet, nicht aber die Entführer ihres Kindes.

Geeignetere Massnahmen finden

Bevor KESB-Beamte Kinder in einer „Massnahme“ platzieren, sollten sie sich überlegen, wie unerträglich es für Eltern ist, wenn ihre Kinder aus der Familie herausgerissen werden. Das Auseinanderreissen von Familien ist immer die schlechteste Variante aller Massnahmen, deshalb müssten die Beamten unbedingt geeignetere Massnahmen suchen als das Auseinanderreissen einer Familie.

KESB zeigt Gratiszeitung an

Die Gratiszeitung „Obersee Nachrichten“ aus Rapperswil hatte seit einigen Jahren über diverse fragwürdige KESB-Fälle aus der Region der Linthebene berichtet. Das gefiel der KESB-Behörde und der Stadtverwaltung Rapperswil ganz und gar nicht. Doch anstatt dafür besorgt zu sein, dass die KESB-Administration besser funktioniert und Schwachstellen sowie Fehlentwicklungen behoben würden, bemühten die Behörden sich, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, zu rechtfertigen. So verklagten sie die „Obersee Nachrichten“.
So konnte man aus dem Zeitungsbericht Anfang Dezember 2017 entnehmen, dass der Anwalt der KESB vor den Richtern ein 3-stündiges Plädoyer vortrug, in welchem er von über 1000 Persönlichkeitsverletzungen in Zeitungsberichten, Leserbriefen und Facebook-Einträgen sprach. Von diesen hätten sie gerade nur 300 angezeigt. Die „Obersee Nachrichten“ hätten Woche für Woche mit „Vorwürfen“ auf die Leser eingehämmert, welche jeweils von den KESB-Aufsichtsorganen dementiert worden seien. Die Gratiszeitung hätte aber einfach verschwiegen, was nicht ins Bild gepasst hätte, argumentierte der Anwalt der KESB.
Jeder kann sich selbst ein Bild machen, wieviel Zeit und Geld die KESB- und Stadtbehörde mit ihrem Anwalt für dieses 3-stündige Plädoyer investiert haben muss. Es stellt sich die Frage:  Woher nahmen die Beamten all diese Zeit her, um die vielen Zeitungsberichte, Leserbriefe und Facebook-Einträge zu lesen und zu studieren? Geht es den KESB- und Stadtbehörden in erster Linie darum, die KESB-Kritiker mundtot machen? Ich persönlich bin der Ansicht, dass wenn die Behörde ihre Arbeit korrekt und zur Zufriedenheit der Allgemeinheit, erledigen würde, sie es auch nicht nötig hat, über den Rechtsweg ihre Ehre zu retablieren.

KESB verletzt durch ihr Handeln betroffene Menschen bis aufs Tiefste

Wenn ich erfahre, und das nicht nur über die Obersee Nachrichten, wie oft die KESB Kinder von ihren Eltern wegnehmen, um sie in irgend einer „Massnahme“ zu platzieren, ohne dass die Eltern sich dagegen wehren können, dann ist für mich auch klar, dass die KESB-Behörde durch ihr Handeln regelmässig Menschen bis auf das Tiefste verletzt. Familien, in welche die KESB eingreift, haben kaum die Möglichkeit, sich rechtlich gegen einen KESB-Entscheid zu wehren. Sie sind buchstäblich entmündigt. Die meisten Personen, welche durch die KESB betreut werden, können sich weder einen Anwalt leisten noch allfällige Beschwerdekosten bezahlen. Viele der betroffenen Personen haben auch nicht das nötige Wissen, um sich gegen diese „Superbehörde“ wehren zu können. So kommt es, dass von der KESB betreute Personen den KESB-Angestellten ohnmächtig und hilflos ausgeliefert sind.

KESB-Präsident bezieht einen fürstlichen Lohn

In der Anklage gegen die „Obersee Nachrichten“ war unter anderem auch vom Lohn des Präsidenten der KESB-Linth, Walter Grob, die Rede. Demnach soll Walter Grob für seinen 80%igen Job bei der KESB Fr. 133‘000.- pro Jahr erhalten, was, umgerechnet auf 12 Monate, ein monatliches Gehalt von Fr. 11‘083.- ergibt. Umgerechnet auf einen 100%igen Job ergäbe dies ein monatliches Gehalt von nahezu Fr. 14‘000.-. Ein solcher Lohn kann im besten Fall mit einer hohen Verantwortung begründet werden. Ist es aber nicht so, dass Beamte für ihre Fehlentscheidungen nur selten zur Verantwortung gezogen werden können?

KESB treibt die gesetzliche Sozialhilfe massiv in die Höhe

Dass dem so ist, zeigt das Beispiel einer mittelgrossen Thurgauer Gemeinde mit rund 5‘960 Einwohnern. Für das Jahr 2018 rechnet diese Gemeinde mit einer massiv höheren gesetzlichen Sozialhilfe. Grund dafür sind die von der KESB  beschlossenen Fremdplatzierungen und Familienbegleitungen. Gemäss Gemeinde-Budget, ergibt dies einen Anstieg von rund einer halben Million Franken, d.h. von Fr. 900‘000.- auf Fr. 1‘400‘000.-. Somit wird der Pro-Kopf-Beitrag an die Sozialhilfe von Fr. 151.- auf Fr. 234.90.- ansteigen. Umgerechnet auf eine 5-köpfige Familie macht das ein Anstieg von Fr. 755.- auf Fr. 1174.50 pro Jahr. Damit trägt die KESB ihren Teil zur sozialen Ungleichheit bei und treibt manche Familien nicht nur in die Sozialhilfe-Abhängigkeit sondern auch in den sozialen Abgrund.

Wenn man sich dies alles vor Augen führt, muss man sich die Fragen stellen:
„Wo bleibt da die Verantwortung der KESB Angestellten?
Wo bleibt da die Verhältnismässigkeit?
Liegt es wirklich am Bürger, für die Fehlentscheidungen der KESB zu bezahlen, währenddem die KESB-Angestellten einen fürstlichen Lohn beziehen?“

Arthur Bosshart
Sekretär VE+P

 

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